„Keine Macht den Drogen!“…


…oder: Was ein ehemaliger Polizist Abschreckendes über die Wirkung von Drogen berichten kann

Im Rahmen der Präventionswoche an den BBS 1 Goslar – Am Stadtgarten berichtete am Donnerstag Polizeihauptkommissar Karlheinz Gaertner vor über 150 interessierten Schülerinnen und Schülern von seinen jahrzehntelangen dienstlichen Erfahrungen mit Opfern von Drogenmissbrauch und all den negativen Randerscheinungen, die mit damit einhergehen.

Die BBS 1 Goslar hatten das Glück, für die von ihren Schulsozialarbeiterinnen organisierte Präventionswoche zu verschiedenen Themen auch Karlheinz Gaertner als Vortragenden gewinnen zu können. Über die Vermittlung durch Günter Koschig vom Weißen Ring Goslar e. V. sowie der Goslarer Zivilcouragekampagne konnte der Kontakt zum Hauptkommissar a. D. hergestellt werden, der über 40 Dienstjahre für die Berliner Polizei tätig war, u. a. als Drogenfahnder und Dienstgruppenleiter. Herr Gaertner war nicht allein in der Schule, sondern er brachte seinen Kollegen Christian mit. Sein Nachname wird hier nicht genannt, da dieser im Rahmen des Vortrags höchstpersönliche Dinge zu berichten hatte.

Gaertner, der bereits vier Bücher über seine Erfahrungen im Dienst und die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft verfasst hat, verstand es, die Schülerschaft mit seiner authentischen Art und Berichten aus erster Hand in seinen Bann zu ziehen. In den zwei jeweils 90 Minuten dauernden Vorträgen ging er u. a. auf verschiedene Drogenarten wie Cannabis, Heroin, Kokain und auch das Schmerzmittel Tilidin ein. Neben den negativen Wirkungen der Drogen auf Körper und Geist der Süchtigen ging er dabei vor allem eindrücklich auf weitere Folgen ein: Gesellschaftlicher Abstieg, Isolation und Einsamkeit und nicht zuletzt Beschaffungskriminalität können die Konsequenz von Drogenmissbrauch sein.

Sein Kollege Christian, ebenfalls pensionierter Polizist, unterstrich Gaertners Ausführungen durch einen ungeschönten Blick auf eigene leidvolle Erfahrungen: Verschiedenen Umständen geschuldet rutschte er selbst in die Abhängigkeit ab, weder Cannabis, noch Tilidin oder Kokain waren ihm fremd. Den Rauschzuständen schlossen sich regelmäßig schlimmste Phasen des Entzugs an, es sei „als wenn du mit dem Teufel einen Tanz abhältst“, resümierte er. Durch Unterstützung von außen und eigenen starken Willen sei es ihm letztlich gelungen, wieder auf die Beine zu kommen und Fuß im Leben zu fassen. Doch: „Einmal Süchtiger, immer Süchtiger!“ Das sollte sich jeder Mensch bewusst machen. Drogen mögen verlockend erscheinen, zerstören jedoch nur.

Gaertner streute zudem Lesephasen aus seinen Büchern ein, in denen er vor allem auf seine Erfahrungen mit „Jacky“ einging. Sie ist eine Drogensüchtige, mit der er lange Zeit in Verbindung stand, der er helfen wollte, letztlich aber nur ihren körperlichen und sozialen Abstieg begleiten konnte. Mittlerweile ist Jacky drogenfrei und betreibt erfolgreich ein eigenes Geschäft.

Die Schülerschaft verließ die Aula der BBS 1 Goslar – Am Stadtgarten nachdenklich und hoffentlich gestärkt für die Zukunft.