Im Rahmen eines Erasmus+‑Projekts zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs besuchte eine internationale Gruppe von 30 Lernenden die KZ‑Gedenkstätte Mittelbau‑Dora in Nordhausen. Die deutschen Teilnehmenden kamen aus drei Fachoberschulklassen der Jahrgangsstufe 12, die tschechischen Jugendlichen von der kooperierenden Schule Manazerska Akademie Beroun. Der Projektschwerpunkt lag auf der Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und ihrer Bedeutung für die Kriegswirtschaft sowie für systematische Menschenrechtsverletzungen.
Die vierstündige pädagogische Betreuung umfasste ein Einführungsgespräch, eine Führung durch das ehemalige Häftlingslager, den Bahnhofsbereich und die Stollenanlage sowie den Besuch von Sonder‑ und Dauerausstellungen. Wir bedanken uns herzlich für die professionelle und pädagogisch fundierte Begleitung durch das Team der KZ‑Gedenkstätte Mittelbau‑Dora.
Der Besuch verfolgte kognitive, affektive und soziale Lernziele: Die Lernenden sollten historische Zusammenhänge zwischen Zwangsarbeit, Kriegswirtschaft und Menschenrechtsverletzungen erkennen sowie die Bedeutung von Erinnerungskultur reflektieren, Empathie entwickeln und moralische Urteilsbildung stärken. Zugleich förderte die internationale Zusammenarbeit interkulturelle Kommunikation, Perspektivübernahme und demokratische Werte.
Besonders eindrücklich wurde deutlich, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte keine Selbstverständlichkeit sind, sondern ein Privileg, das aktiv geschützt werden muss. Im Rahmen des Projekts wurden die Lernenden sensibilisiert, Parallelen zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen zu erkennen und persönliche Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Das Eintreten für Menschenrechte und das Bewahren demokratischer Grundordnungen ist ein grenzüberschreitendes Anliegen, das Menschen verschiedener Länder verbindet.



